Fokus Immunsystem

Niemand weiß genau, welche Auswirkungen das neuartige Corona Virus auf uns Menschen haben wird. Weder gesundheitlich, noch wirtschaftlich, noch gesellschaftlich sind die Auswirkungen abzuschätzen, denn um konkrete Aussagen treffen zu können, wird es leider mehr als ein halbes Jahr Beobachtungsdauer benötigen. Dies ist aus meiner Sicht, die einzige wahre Aussage, die wir im Moment in Bezug auf die "Coronakrise" tätigen können: "Wir wissen es noch nicht, weil wir einfach noch zu wenig wissen!" Daher ringen auch viele Menschen und Thesen miteinander und umeinander: Verschwörer und Gläubiger, Gegner und Befürworter. Doch weil wir es nun einfach noch nicht wissen können, weil die Antwort nur die Zukunft in Form von guten Daten und Metaanalysen von Studien geben kann, haben wir umso mehr Verantwortung.

3 Dinge die wir tun können!

Seinen wir im Umgang mit unserer Mitwelt schützend und solidarisch, halten wir ein wenig Abstand, nehmen wir Masken im öffentlichen Raum und treffen wir insgesamt Hygienemaßnahmen. Das ist doch eine wirklich kleine Anforderung an uns Menschen angesichts der Herausforderungen, der die Menschheit insgesamt neben Corona und auch nach Corona gestellt sein wird: Klimawandel, weltweite gesellschaftliche Umwälzungen, Bevölkerungsexplosion, Umweltzerstörung, Kriege, Flüchtlingswellen... 

Schätzen wir die Arbeit jener Menschen, die in großer Unsicherheit (denn auch sie können es noch nicht wissen) Entscheidungen treffen müssen und anscheinend den schützenden und solidarischen Aspekt gewählt haben. Dass nicht jede Entscheidung richtig gefällt wurde, liegt in der Natur einer neu zu erlernenden Situation.

Besinnen wir uns auf die Stärkung dessen, was den Menschen im Hinblick auf alle Infektionskrankheiten schützt, um am Beginn der Ursachenkette tätig zu werden:
Die Stärkung unseres Immunsystems


Unser Immunsystem:

Dieses System oder besser gesagt dieses riesige Organ, besteht aus Millionen von Zellen und liefert Milliarden von Informationen an andere Systeme: Es ist ein Abwehrsystem gegen Eindringlinge, ein Erkennungssystem von kranken und veränderten Zellen und erhält unsere Integrität, in dem es eigene von Körper fremden Zellen unterscheiden kann.
Das wichtigste was es aber für uns zu wissen gilt:


Wenn das Immunsystem ein Problem hat, dann sterben wir nicht nur an schweren oder neuartigen Infektionen, sondern jede Besiedelung mit Bakterien, Viren und Pilzen, jede genetische Veränderung in eine Tumorzelle kann und wird zu einem Problem für unseren Körper werden.

Die Stärkung des Immunsystems ist also jener äußerst wichtige Aspekt, wenn es um unsere Gesundheit allgemein und auch um Corona geht. Ist das Immunsystem geschwächt, steigt umgekehrt das Risiko für Corona aber auch ebenso für andere Infektionen. Daher sollten wir wissen, wie das Immunsystem arbeitet und was es benötigt, dass es funktioniert.

Um ehrlich zu sein, schon wenige Details der Physiologie des Immunsystems zu besprechen, würde den Rahmen diese Artikels völlig sprengen, aber hier ein kleiner Einblick in das "Universum" des menschlichen Körpers und sein Immunsystem:
Prinzipiell hat der Körper in seiner Genialität drei Bereiche des Immunsystems entwickelt, damit es dem Menschen möglich ist zu überleben:  Physikalische Barrieren wie Haut Schleimhäute und Darm, das angeborene Immunsystem, das sofort nach Eindringen aktiv werden kann und das erworbene Immunsystem, das in Form eines Gedächtnisses dem Körper hilft bei Neueindringen des gleichen Erregers, schon wirksamer und rascher agieren zu können. Dazwischen vermitteln beinahe unzählige Botenstoffe, die Feinregulation des Immunsystems, binden auch das Entzündungssystem mit ein und regen auch gleichzeitig die Reparatur des Gewebes an. Daraus resultierend entstand ein hochkomplexes System, das ebenso höchst effektiv arbeitet, wenn unser Körper und somit wir selbst die Voraussetzungen dafür schaffen.

Der Mensch selbst hat aber Verantwortung dafür, dass sein Immunsystem gut funktioniert. Was nichts anderes bedeutet, dass wir also etwas tun können!


Welches sind die Faktoren, die das Immunsystem beeinflussen?

Die erste Barriere, die Krankheitserreger jeglicher Form nun überwinden müssen, sind also unsere "Häute": Die Haut selbst aber auch die Schleimhäute von Lunge und Darm sind bei gutem Zustand nur schwer angreifbar für einen Erreger, was im Umkehrschluss bedeutet, dass hier der Darmfunktionsstörung, der Belastung der Schleimhaut der Lunge durch Rauchen oder Luftverschmutzung  sehr hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Denn wenn Keime diese erste Barriere durchbrechen können, ist deren Abwehr mit hohem Energieaufwand des Körpers verbunden. Konnten Bakterien, Viren oder Pilze weiter in unseren Körper eindringen,  so werden sie nun in erster Front von unserem unspezifischen Immunsystem in Form eines sogenannten "Oxidativen Bursts" angegriffen.  Dieser Burst, übersetzt diese Explosion der Keime, führt gleichzeitig auch zu einem Stress für unseren Körper, der auch wieder abgefangen werden muss. Auch die daraus resultierende Entzündungsreaktion mit den bekannten Reaktionen, wie Fieber und Abgeschlagenheit, Schwellung und Rötung mit Hitze bedeutet großen Energieaufwand.

Darmerkrankungen, Lungenerkrankungen, Hauterkrankungen und Systemerkrankungen = Vorerkrankungen stellen also einen, wenn nicht den wichtigsten Faktor für unsere immunologische Gesundheit dar. Sind wir geschwächt, sind wir angreifbar.

Bekannterweise hat Stress jeglicher Form und mehr noch Dauerstress eine körperlich schwächende Auswirkung. Stress verursacht vereinfacht erklärt eine Fokussierung des Körpers auf die Bewältigung des momentanen Stressfaktors auf Kosten von allen anderen Köperfunktionen und somit auch auf Kosten des Immunsystems.

Mangelversorgung des Körpers mit Mikronährstoffen auf Grund von Darmerkrankungen und Fehlernährung oder starker Verbrauch von Mikronährstoffen durch Infektions- und Entzündungserkrankungen verursachen häufig einen Mikronährstoffmangel mit Folgen:

Vitamine A, C, D, E, B6, B12 und Folsäure sowie Zink, Eisen, Kupfer und vor allem Selen sind sogenannte Kofaktoren des Immunsystems. Defizite an der Versorgung mit diesen Substanzen treten schon bei Gesunden auf, sind aber häufig im Krankheitsfall noch viel stärker ausgeprägt und auch im weiteren Krankheitsverlauf  entsprechender Erkrankungen ursächlich beteiligt. Es gibt viele Belege dafür, dass eine Supplementation mit diesen Mikronährstoffen die Immunfunktion aktiviert und das Infektionsrisiko vermindert. Besonders starke Hinweise auf die Immununterstützung liegen von den Vitaminen C und D und den Spurenelementen Zink und Selen vor.

Vitamin D und C sind als Stimulans für das angeborene Immunsystem von größter Bedeutung bei allen Infektionen. Die erste Front nach Eindringen des Erregers sind die Makrophagen und Dentriten, die durch diese Vitamine aktiviert werden.
Aktuell von großer Bedeutung: Die berechnete COVID-19 Mortalitätsrate aus 12 europäischen Ländern zeigt eine signifikante inverse Korrelation mit dem Mittelwert des Vitamin-D Level [Laird, 2020], nämlich je niedriger der Vitamin-D Spiegel, umso höher die Todesrate durch Covid-19.
Vitamin C selbst ist ein wichtiger Radikalfänger im Körper, wobei jede Entzündung zu einer natürlichen aber starken Radikalbildung führt, die durch unser natürliches antioxidatives System, unter anderem eben Vitamin C, wieder "abgefangen" werden muss.

Selen ist eines der wichtigsten Spurenelemente des menschlichen Stoffwechsels insgesamt, das in den zahlreichen Nährstoffanalysen, die ich schon durchgeführt habe, oft einen starken Mangelzustand widerspiegelt. Sowohl für das Immunsystem und als oxidativer Schutz im Körper, und dort  vor allem in unseren Geschlechtsorganen vertreten, liefert es Schutz vor genetischen Veränderungen, die Erkrankungen, wie Tumore und erbliche Erkrankungen hervorrufen. Für die Immunabwehr ist es vor allem auf antientzündlicher Ebene und als Aktivator der Botenstoffe zwischen angeborenem und erworbenen Immunsystems wichtig und die Aktivität der NK-Zellen und zytotoxischen T-Zellen ist Selen abhängig.
Daher führt ein Selenmangel in eine deutlich Immuninkompetenz mit Infektanfälligkeit und ebenso erhöhter Krebsrate.
Eine sehr aktuelle und chinesische Studie konnte auch zeigen, dass ein Selenmangel mit der viralen Aggressivität korrelierte, in dem es die Virulenz der RNA Viren erhöht. Diese Studie konnte zeigen, dass die Sterblichkeit der Covid-19 Patienten mit einem  Selenmangel korrespondierte.

Zink wirkt  ebenso auf das unspezifisches und spezifisches Immunsystem,
es "balanziert“ die Immunantwort, in dem es einerseits das Immunsystem stimuliert  und
andererseits überschießende Immunreaktionen reduziert. Ebenso reduziert es die Infekthäufigkeit, Stärke und Dauer der Entzündung und reduziert auch  Dauer und Dosisgabe eines Antibiotikums.

B- Vitamine und das Vitamin E sind vor allem im Bereich der Barrierefunktion der Haut und Schleimhäute von größter Bedeutung und daher ebenso auf einen ausreichenden Level zu überprüfen.

Es ist aber auch das Altern des Menschen ein wesentlicher Faktor, der im Bereich der natürlichen Abnahme der Funktionstüchtigkeit des menschlichen Immunsystems eine wichtige Rolle spielt, insgesamt als Immunalterung oder "Inflamaging" genannt. Hieraus resultieren als Risikogruppe eben auch alte Menschen.

Was können wir tun?

Das Problem an der Wurzel anzupacken, unser Immunsystem zu unterstützen und einen Fokus auf unsere Gesundheit durch Wissen und auch Handeln zu legen, sind sehr wirksame Instrumente gegen Viren und somit auch gegen diesen neuartigen Erreger Covid-19.

Wir führen in Zusammenarbeit  mit dem Labor Ganzimmun Nährstoffanalysen durch und heben ebenso Labor kontrolliert Mangelzustände auf!


Dr. Verena Hackl


Literatur:


Laird, J. Rhodes, R.A. Kenny, Vitamin D and inflammation: potential implications for severity of Covid-19, Ir. Med. J. 113 (2020) 81.
Adams JS and Hewison M (2008) Unexpected actions of vitamin D: new perspectives on the regulation of innate and adaptive immunit,Nat Clin Pract Endocrinol Metab 4: 80–90 doi:10.1038/ncpendmet0716
Rayman, M.P.: Selenium and human health, Lancet 379, 2012
Avery J.C. Hoffmann P.R, Selenium, Selenoprotein und Immunity, Nutients 2018,10
Zhang J. et al.: Association between regional selenium status and reported outcome of Covid -19 cases in China, Am. J. Clin. Nutr. 2020

About the Author Verena Hackl

Dr. Verena Hackl ist Allgemeinmedizinerin mit langjähriger Erfahrung in Gesundheits-, Alternativ- und Regulationsmedizin. Sie steht für eine Medizin, die die ursächliche Behandlung in den Mittelpunkt stellt. Diese hat das Ziel, den Menschen gesund zu machen und seine Gesundheit zu erhalten. In Ihrer Wahlarztpraxis in Dornbirn nimmt sie sich ausreichend Zeit für ihre Patienten, um Krankheiten ursächlich zu behandeln.

Top
>