Problemfall Weizen: Zöliakie, Weizenallergie, Nicht-Zöliakie Weizensensitivität

Die Differenzierung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die mit Weizen und auch anderen Getreidearten in Verbindung gebracht werden wird zusehends komplexer, da gerade durch Anzüchtung der Gertreidearten zur Ertragssteigerung und Erhöhung der Widerstandskraft der Pflanzen und die weitere industrielle Verarbeitung zu einer Veränderung der Proteinzusammmensetzung des Getreides führt und damit ein höherer Anteil an immunreakitver Komponenten hervorgerufen wird. Das bedeutet, dass es vermehrt Bestandteile gibt, die mit unserem Immunsystem in Kontakt kommen und als "fremd" von unserem Körper identifiziert werden. Dies führt dann automatisch in eine Aktivierung der immunologischen und entzündlichen Kaskade in unserem Körper.

Welche Bestandteile der Getreidearten können ein Probelm darstellen?

Der reife Weizen besteht zu 70% aus Kohlehydrate, 13 % Proteine, 12 % Wasser, 2 % Fett sowie 3% MIneralienund Fasern. Hauptauslöser für Beschwerden sind Eiweiße, auch Proteine genannt. Aber auch Kohlehydrate können Mitverursacher sein.

Gluten - Das Klebereiweiß

Gluten - das bekannteste unter den Weizeneiweißen kommt in vielen Getreidearten vor: Weizen, Dinkel, Gerstem Roggen, Kamut, Einkorn und EmmerEs setzt sich aus zwei unterschiedlichen Speicherproteinen zusammen: Gliadin und Glutein

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Gliadin ist Hauptasulöser für zwei Krankheitsbilder: Zöliakie und Weizenallergie

Albumine, Globuline und Lipid Transferaseproetine:

Diese Proteine lösen nicht selten eine IgE vermittelte allergische Reaktion aus.

Amylase-Trypsin Inhibitoren (ATI)

Die Amylase-TrypsinInhibitoren schützen die Pflanze vor eindringenden Schädlingen. Diese aktivieren aber auch das angeborene Immunsystem des Menschen bei Aufnahme der Getreide. 

Weizenkeim-Agglutinine 

Lektine oder Agglutinine genannt, dienen der Pflanze auch als mögliche Abwehroption. Auch sie binden an Immunzellen des Menschen und können so eine Entzündung triggern. 

Während bei Zöliakie und der Weizenallergie gute laborchemische Diagnosemöglichkeiten bestehen und sie auch als Krankheitsbilder gut dokumentiert und entsprechende Therapiemöglichkeiten vorhanden sind, ist das Krankheitsbild der Nicht-Zöliakie Weizensensitivität (NZWS) zwar schon in den 80 iger Jahren beschrieben worden, aber wieder in Vergessenheit geraten. 

Mit einer Prävalenz von 6-10% leiden in westlcihen Ländern aber insgesamt mehr Patienten an einer NZWS als mit einer Prävalenz von 1% an einer Zöliakie.

Gerade jene oben genannten Proteine, wie ATI oder Agglutinine sind die Ursache für die Weizensensitivität.

Das Beschwerdebild der NZWS ähnelt stark der Zöliakie mit Durchfällen oder Vertsopfung, Schmerzen, Erschöpfung bis zur Depresssion, Kopfschmerzen, Gelenke- und Muskelschmerzen. Es können jedoch keine Antikörper, im Sinne einer Zöliakie festgestellt werden. Dennoch unter strikter Glutenkarenz kommt es häufig zu einer Besserung oder gar zu einem Erliegen der Beschwerden.

Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität - PDF Free Download

Diagnostische Möglichkeiten bezüglich einer Weizensensitivität sind derzeit noch limitiert und entsrechend unspezifisch, sodass die Glutenkarenz sowohl Diagnose als auch Therapie zugleich darstellt.

FODMAPs

Unter FODMAPs versteht man schwer verdauuliche, im Dünndarm schlecht resorbierbare kurzkettige Kohlenhydrate, die den Magen und den Dünndram rasch passieren und rasch in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie von Darmbakterien vermentiert ( Acetat, Proprionat, Butyrat), wobei entstehende Gase zu einer entsprechenden Symptomatik führen. Auch hier ist ein H2 Atemtest zur Diagnosestellung möglich, aber wichtiger zur Diagnosestellung ist eine FODMAPs arme Diät mit Reduktion von:

Glutenhaltige Nahrungsmitteln
Obstsorten: Apfel, Aprikose, Kirsche, Mango, Pfirsich
Gemüse Wie Blumenkohl, Bohnem Chicoree, Koblauch, Zwiebel
Laktosehältige Milchprodukte
Wein, Limonade, Fruchtsäfte
Industrie Food mit hohem Glukose-Fruktoseanteil

Ein Verdacht einer "Weizenunverträglichkeit" kann somit viele Ursachen haben und sollte entsprechend der derzeit zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten abgeklärt werden, denn jedes diätetsische Weglassen von Nahrungsmitteln über einen längeren Zeitraum, birgt auch das Risiko der Fehlernährung und des Nährstoffmangels in sich. Nur wenn es also unbedingte Notwendigkeit gibt, ist eine längere Karenz von nahrungsmitteln als sinnvoll zu erachten.


Weizensensitivitäten: Zöliakie, Weizenallergie, ATI-Sensitivität -  Gastroenterologie - Universimed - Medizin im Fokus

Literatur:

De Lorgeril M,SalenP.2014, Gluten and wheat intolerance today: are modern wheat strains involved? Int Fodd Sc Nutr; 65(5), 577-81

Peter R. ShewryNigel G. Halford, Cereal seed storage proteins: structures, properties and role in grain utilization, Journal of Experimental Botany, Volume 53, Issue 370, 15 April 2002, Pages 947–958

Junker Y et al. 2012, Wheat amylase trypsin inhibitotors drive intestinal inflammation vi activation of toll-loke recepetor 4, J Exp Med. 2012

Felber j,etal 2014 Ergebnisse einer S2k-Konsensuskonferenz der Deutschen Gesesllschaft für Gastroenterologie, Verdauuungs- und Stoffwechselerkrnakungen (DGVS) gemeisnam mit der Deutschen Zöliakiegesellschaft, Weizenallergie und Weizensensitivität, Z. Gastreneterol. 52(7), 711-43

About the Author Verena Hackl

Dr. Verena Hackl ist Allgemeinmedizinerin mit langjähriger Erfahrung in Gesundheits-, Alternativ- und Regulationsmedizin. Sie steht für eine Medizin, die die ursächliche Behandlung in den Mittelpunkt stellt. Diese hat das Ziel, den Menschen gesund zu machen und seine Gesundheit zu erhalten. In Ihrer Wahlarztpraxis in Dornbirn nimmt sie sich ausreichend Zeit für ihre Patienten, um Krankheiten ursächlich zu behandeln.

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