Aus unserer Praxis: Fallbericht II: “Ich kann mittlerweile nur mehr Kartoffeln essen!”

Candidose: Pilzbefall des Darmes

Im Frühjahr stellte sich ein junger Mann mit knapp 25 Jahren vor. Er war sichtlich abgemagert und verzweifelt und berichtete, dass er seit seinem 13 Lebensjahr gesundheitliche Probleme hatte.

Insbesondere hatte er Darmprobleme.....

So berichtet er von einer chronsichen Verstopfung, seit er sich erinnern könne, ebenso ein Zittern der Hände, das scheinbar durch verschiedene Nahrungsmittel eine Besserung erfuhr.

Er habe dadurch immer mehr Nahrungsmittel weggelassen und sei immer mehr in eine Schonkost gegangen. Zwischenzeitlich habe er nur mehr Salat und Obst gegessen und massiv Gewicht verloren. Zur Zeit ernähre er sich ausschließlich von Kartoffeln und Auch Äpfeln. Plötzlich sei auch das nicht mehr gegangen, da sich bei falscher Nahrung die Schleimhaut des Mundes lösten und er auch dann immer satrke Bauchschmerzen hatte.

Er sei nur mehr todmüde und habe ein ständiges Gefühl der Verschleierung des Gehirns, Schwindelgefühle und einen furchtbar klebrigen Speichel. Aus diesem Grund trinke er 5-6 Liter Wasser/ Tag

Insgesamt habe er keine Lebensqualität mehr und alles in seinem Leben würde sich nur mehr um seine körperlichen Beschwerden drehen.

Ich war tief betroffen über den Zustand meines Patienten und auch über den mittlerweile schon 12 jährigen Leidensweg !

Nach unserem Erstgespräch.....

und den "hunderten" Hinweisen, dass mein Patient  schon seit Jahren eine entsprechende Darmstörung hatte, erfolgte die körperliche Durchuntersuchung und ergab einen massiven Schleimhautbefall des Mundes mit V.a Candida, einem Hefepilz unserer normalen Darmflora, der bei Überwucherung eine toxische Belastung des Körpers und Entzündung hervorruft.  Ebenso bestand eine Druckschmerzhaftigkeit des gesamten Darmes mit Gasansammlung und eine Verhärtung der Leber. Der Patient war in einem insgesamt leicht reduziertem Allgemeinzustand und einem sehr schlelchten Ernährungszustand mit sichtbarem Abbau von Muskelmasse.  

Ich nahm somit an, dass nicht nur der Mund mit Candida besiedelt war, sondern die gesamt Schleimhaut des Darmes betroffen war.

Der Befund der Mundschleimhaut war augenscheinlich und die restlichen Beschwerden passten insgesamt dazu. Dass es aber zu einer derartigen Überwucherung kommen konnte, obwohl der Patient intuitiv schon lange Zeit in einer gewissen Diätetik lebte, war noch unklar.


Es erfolgte nun eine Diagnostik zur Bestätigung des Candidabefalls:

Wir führten eine Nährstoffanalyse und einen Stuhlbefund zur Darstellung der Darmflora durch.

Mit einer Stuhlanalyse konnte in kurzer Zeit die Verdachtsdiagnose bestätigt werden:

Die Nährstoffanalyse blieb soweit unauffällig, da der junge Patient mit Eigentherapie sich soweit es ging substituiert und so über Wasser gehalten hatte. Die Ursache blieb somit im dunkeln und lies natürlich bei 13 Jahren Darmprobleme Raum für allerlei Spekulation:

Ursachen einer Candidabesiedelung:

  1. Antibiotikum:  Häufig können Ursachen für ein übermäßiges Pilz-Wachstum in der erhöhten Zufuhr von Antibiotika liegen. Dies kann beispielsweise durch eine Antibiotikatherapie passieren oder unfreiwillig geschehen, denkt man an die Zugabe von Antibiotikum in der Massentierhaltung.
  2. Fehlende Bioverfügbarkeit von Kupfer: Dies bedeutet, dass ein Überschuss an Kupfer vorliegt, dieser jedoch nicht vom Körper benutzt werden kann. Da Kupfer die Funktion eines Fungizids erfüllt, ist dies bei einer schlechten Bioverfügbarkeit nicht (genügend) gegeben.
  3. Zinkmangel: Zink ist Bestandteil vieler essenzieller Enzymsysteme, einschließlich der Produktion von Verdauungsenzymen und der Synthese von Proteinen.
  4. Inadäquate biochemische Energieproduktion: Patienten mit starkem Candida-Befall weisen häufig Schwierigkeiten bei der biochemischen Energieproduktion auf. Diese biochemische Energie, ATP (Adenosintriphosphat), wird für alle Zellfunktionen benötigt.
  5. Erhöhte Belastung des Verdauungstraktes und der Leber: Eine Beeinträchtigung der Verdauungsenzymproduktion ist bei vielen Menschen mit erhöhtem Candida-Befall zu beobachten. Anhaltspunkte hierfür können schlechte Leberwerte sein, da bei einem Candida-Befall Fuselalkohole gebildet werden, die dann – so als ob man Alkohol konsumieren würde – von der Leber abgebaut werden müssen. Dadurch sind Menschen, die von Candida-Befall betroffen sind, auch häufig müde.
  6. Probleme beim Stoffwechsel von kurzkettigen Fettsäuren: Gerade Menschen mit schlechter Fettverdauung und -verwendung leiden häufig an erhöhtem Candida-Wachstum. Auch dies ist auf einen Mangel an Verdauungsenzymen zurückzuführen.
  7. Immunschwäche: Einige Untersuchungen haben eine Verbindung zwischen Immunschwäche und vermehrtem Auftreten von Darmpilzen festgestellt. Das Mineralstoffmuster zeigt ein niedriges Natrium/Kalium – Verhältnis, einen geringen Kupferwert, sowie ein geringes Calcium/Magnesium-Verhältnis auf.
  8. Kohlenhydratunverträglichkeit: Durch die Schwäche des Körpers, einen korrekten Metabolismus von Zucker zu bewerkstelligen, bekräftigt dies das Pilzwachstum. Denn der unverbrauchte Zucker ernährt viele Pilzorganismen im Darm.
  9. Psychologischer Stress: Psychologischer Stress wirkt schädlich auf das Immunsystems des Körpers, das Verdauungsystems, den Glucosestoffwechsel sowie den Kupfer- und Zinkstoffwechsel.
  10. Andere Ernährungsungleichgewichte: Toxische Metalle haben einen weitreichenden und schädigenden Einfluss auf viele Prozesse im Körper. Auch auf solche, die ein Candida-Wachstum begünstigen können.

Eine konsequente Therapie, die wir zuerst medikamentös und anschließend mit pflanzlichen Heilstoffen durchführten, brachte nach 6 Wochen einen  Erfolg. Die Lebensmittelaufnahme war nicht mehr nur auf Kartoffel und Apfel beschränkt und eine mäßige Stabilisierung des Gesundheitszustandes in Form von Verbesserung der Befindlichkeit war in Aussicht. Die vollständige Genesung wird jedoch noch einige Monate benötigen



About the Author Verena Hackl

Dr. Verena Hackl ist Allgemeinmedizinerin mit langjähriger Erfahrung in Gesundheits-, Alternativ- und Regulationsmedizin. Sie steht für eine Medizin, die die ursächliche Behandlung in den Mittelpunkt stellt. Diese hat das Ziel, den Menschen gesund zu machen und seine Gesundheit zu erhalten. In Ihrer Wahlarztpraxis in Dornbirn nimmt sie sich ausreichend Zeit für ihre Patienten, um Krankheiten ursächlich zu behandeln.

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